Mahdi


Mahdi
Mah|di 〈m. 6der von den Muslimen erwartete, von Allah gesandte Erlöser, der das Werk Mohammeds vollenden wird [<arab. Mehdi „der von Gott Geführte, Prophet“]

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I
Mahdi
 
['maxdi, auch 'maːdi; arabisch, eigentlich »der auf den richtigen Weg Geführte«] der, -(s)/-s, al-Mahdi, von den Muslimen erwarteter Welt- und Glaubenserneuerer, der die Einheit und Ordnung des Islam verwirklichen und die Gerechtigkeit in der Welt wiederherstellen wird. Die Vorstellung vom Mahdi bekam im 8. Jahrhundert eine politische Dimension in Kreisen, die die Herrschaft der Omaijadenkalifen ablehnten. Sie knüpfte ursprünglich an die jüdische Messiaserwartung sowie an den Glauben an die Wiederkunft Christi an. - Nach den Lehren der Schiiten wird der verborgene zwölfte Imam am »Ende der Zeit« als Mahdi wiederkehren. Wiederholt beanspruchten religiös-politische Führer des Islam die Mahdiwürde.
II
Mahdi
 
['maxdi, auch 'maːdi], al-Mahdi, eigentlich Mohạmmed Ahmed Ibn Saijid Abd Allah [-'axmed-], islamischer Reformator und Staatsgründer im Sudan, * Labab (Distrikt Dongola, Nordsudan) 12. 8. 1844, ✝ Omdurman 22. 6. 1885; schloss sich 1861 dem Derwischorden der Sammanija an und begann früh, selbst Schüler um sich zu versammeln (Mahdisten), mit denen er sich um 1875 auf eine Nilinsel zurückzog. Im März 1881 (öffentlich erst am 29. 6.) erklärte er, der vom Propheten verheißene Mahdi zu sein, verkündete den heiligen Krieg gegen Ägypten (Mahdiaufstand), das seit 1830 das ganze Niltal besetzt hielt, und eroberte 1882 Kordofan. Der Anfang 1884 ernannte britische Generalgouverneur C. G. Gordon erkannte Mahdi als Oberhaupt eines unabhängigen Staates im Landesteil Kordofan an, wurde jedoch von Mahdi in Khartum eingeschlossen und fiel bei der Eroberung der Stadt am 26. 1. 1885. Mahdi war nun unbestrittener Herrscher über den Ostsudan, starb aber bald darauf. Der Staat Mahdis existierte unter dessen Nachfolger Abd Allah Ibn Saijid Mohammed bis zur britisch-ägyptischer Invasion 1896-98.
 
 
P. M. Holt: The Mahdist State in the Sudan, 1881-1898 (Oxford 21970, Nachdr. ebd. 1977);
 
Der M.-Aufstand in Augenzeugenberichten, hg. v. H. Pleticha (Neuausg. 1981).
 
Hier finden Sie in Überblicksartikeln weiterführende Informationen:
 
 
islamische Reformstaaten der Sudanzone (18. und 19. Jahrhundert): Das Schwert des Glaubens
 

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Mah|di ['maxdi, auch: 'ma:di], der; -[s], -s [arab. mahdī, eigtl. = der auf den richtigen Weg Geführte]: von den Muslimen erwarteter Welt-, Glaubenserneuerer.

Universal-Lexikon. 2012.

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